Carlo von Tiedemann und „The Dandys“ mit Toleranz-Preis ausgezeichnet

Große Ausstellung „Wunschbilder und Toleranz“ von Kirsten Klöckner im APROTO Aktionshaus in Hörpel

Die Künstlerin Kirsten Klöckner im Gespräch mit Carlo von Tiedemann und Till-Matthias Jürgens, Vorstand von APROTO

Carlo von Tiedemann war sprachlos: Im Rahmen der Vernissage zur Ausstellung „Wunschbilder und Toleranz“ der Berliner Künstlerin Kirsten Klöckner im APROTO Aktionshaus, wurde der Kultmoderator mit dem „Toleranz-Virus“ geehrt. Eine Auszeichnung für Menschen, die sich auf besondere Art und Weise für ein tolerantes Miteinander in dieser Welt einsetzen.

 

„Dass Carlo gerne redet, lässt sich nicht verleugnen, aber er hört auch gerne zu, ist neugierig, was Menschen zu berichten haben und erfährt so meistens mehr als sonst üblich in oberflächlichen Gesprächen“, sagte APROTO-Vorstandsmitglied Max-Fabian Wolff-Jürgens in seiner Laudatio. Egal, ob er mit dem Popstar, dem Politiker oder dem Hafenarbeiter spreche, „Carlo interessiert sich ehrlich, ihn bewegen die Geschichten und Erlebnisse der Menschen, er nimmt jeden ernst, verurteilt niemanden und ist vorurteilsfrei. Wolff-Jürgens würdigte auch von Tiedemanns maßgebliche Unterstützung der APROTO-Initiative „Stimmen des Nordens“, bei der seit Spätsommer vergangenen Jahres über hundert Persönlichkeiten mit Videobotschaften Stellung bezogen haben gegen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus.

 

Der Moderator, der „für sein großes tolerantes Herz und für seine vorbildliche Kommunikationskultur“ ausgezeichnet wurde, reagierte gerührt und bescheiden. „Ich bin kein Typ, der geehrt wird. Das ist für mich eine riesengroße Auszeichnung, die ich zu würdigen weiß. Toleranz ist für mich oberstes Gebot – egal ob privat oder beruflich!“

 

Einen weiteren Preis konnten die „Dandys“ entgegennehmen, legendäre Beat-Marathon-Weltmeister von 1967 und seit vielen Jahren engagierte Themen-Band. Die Musiker beziehen mit ihren Songs deutlich Position für mehr Demokratiebewusstsein, für konsequenten Klimaschutz, für ein multikulturelles, generationsübergreifendes Zusammenleben und gegen Gewalt und Hass von Rechts. Meike Wolff von APROTO in ihrer Laudatio: „Am liebsten würden sie, wie wir erfahren haben, einmal im Zusammenhang mit dem Besuch einer Holocaust-Gedenkstätte spielen, um insbesondere junge Menschen mit anderen Mitteln anzusprechen. So, wie es auch APROTO immer wieder versucht. Vielleicht wird ja eine gemeinsame Aktion daraus.“

Darüber hinaus engagieren sich „The Dandys“ mit der Initiative „No panic for Organic“ für ein JA zur Organspende, nachdem Bandleader Dieter Kemmerling vor 15 Jahren selber auf eine Lebertransplantation angewiesen war und glücklicherweise ein Spenderorgan zur Verfügung stand.

 

„Für ihr musikalisches und menschliches Engagement“ konnten auch Hans Greiner, Bill Gröschke, Gerd Jörling und Dieter Kemmerling von den „Dandys“ das „Toleranz-Virus“ entgegennehmen, das von Kirsten Klöckner nach dem Wunsch von APROTO umgesetzt wurde, Toleranz möge sich insbesondere in schwierigen gesellschaftlichen und politischen Zeiten wie durch ein Virus verbreiten. Der Preis, der zukünftig in unregelmäigen Abständen aus besonderem Anlass verliehen werden soll, besteht aus einem handsignierten Aquarell und einer Skulptur.

 

Weiterer Ehrengast der Vernissage war der Satirekünstler Klaus Staeck, der bereits vor einem Jahr eine große Ausstellung mit über 130 Plakaten unter dem Titel „Nichts ist erledigt!“ im APROTO Aktionshaus eröffnet hatte und nun die Begrüßungsrede zur Vernissage von „Wunschbilder und Toleranz“ hielt. „Ich würde Toleranz“, sagte er, „noch ergänzen um Respekt. Respekt vor dem anderen, Respekt vor dem Fremden. Und darüber hinaus würde ich mir mehr Höflichkeit im Umgang miteinander wünschen. Das würde zunächst einmal dazu führen, dass wir uns alle besser zuhören und vielleicht zumindest ein bisschen besser verstehen.“

Zuhören tut die Künstlerin Kirsten Klöckner ihren Mitmenschen auf jeden Fall, wenn sie ihre Wünsche in Aquarelle umsetzt. „Dabei ist es mir wichtig,“ sagt sie „dass ich von den Menschen etwas erfahre, dass ich sie erlebe und ich mich mit ihnen auseinandersetzen kann.“

 

So sind in den vergangenen Jahren Wunschbilder enstanden von prominenten und nicht prominenten Wünschenden, die eine Bandbreite haben von „Happy End“, „Anerkennung“, „Ein Sportwagen“ oder „Sanfter Tod“. Über 100 Werke, darunter auch das Aquarell „Haltung“ für Lars Klingbeil, Bundestagsabgeordneter für den Heidekreis, und „Glück“ für Carlo von Tiedemann, sind per sofort im APROTO Aktionshaus in Bispingen, Ortsteil Hörpel zu sehen. Die Ausstellung ist für Einzelpersonen und Gruppen nach Voranmeldung jederzeit zu besuchen.

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